So fotografierst du die Nordlichter richtig
Es gibt kaum etwas Magischeres, als das erste Mal tanzende Nordlichter am Himmel zu sehen – und genau diese Stimmung wollte ich natürlich auch auf Fotos einfangen. Doch dafür musste ich mich erstmal informieren, wie ich das am besten hinbekomme: Für beeindruckende Aurora-Aufnahmen braucht es vor allem eine lichtstarke Vollformatkamera mit einem Weitwinkelobjektiv zwischen 14–24 mm und einer offenen Blende von idealerweise f/1.4 bis f/2.8. Fotografieren solltest du die Nordlichter zudem grundsätzlich im manuellen Modus. Starte am besten mit einer ISO von 1600–3200 sowie einer Belichtungszeit zwischen 1 und 10 Sekunden – je nachdem, wie aktiv die Aurora gerade ist (3–10 Sekunden bei ruhigen, schwachen Nordlichtern, 1–3 Sekunden bei aktiven, schnellen Nordlichtern). Den Fokus solltest du manuell setzen und nicht einfach blind auf Unendlich drehen. Damit die typischen Grün- und Lilatöne natürlich wirken, empfiehlt sich ein Weißabgleich von etwa 3500–4000 Kelvin – fotografiert wird natürlich immer in RAW. Für stimmungsvolle Bilder lohnt es sich außerdem, einen spannenden Vordergrund wie Berge, Wasser oder kleine Hütten einzubauen. Und unterschätzt die Kälte nicht: Akkus verlieren bei Minusgraden erstaunlich schnell an Leistung. Aber du solltest auch unbedingt an Handschuhe denken, mit denen du fotografieren kannst!
Was außerdem nicht fehlen darf: ein stabiles Stativ sowie ein Fernauslöser oder alternativ der 2-Sekunden-Timer, damit keine Verwacklungen entstehen. Den Bildstabilisator (IBIS/OIS) solltest du bei Langzeitbelichtungen unbedingt ausschalten, da er sonst sogar kleine Bewegungen verursachen kann. Kontrolliere zwischendurch immer mal das Histogramm, damit die Aufnahmen nicht zu dunkel werden – leichtes Unterbelichten zwischen –0,3 und –1 EV hilft oft sogar dabei, die intensiven Farben der Aurora besser zu bewahren.