
Durch die Kälte heizen: Schneemobiltour
Ein Highlight unserer Woche war definitiv die Schneemobiltour mit Tokka Safari. Die Strecke führte durch verschneite Wälder und offene Landschaften – einfach wunderschön! Und eine Schneemobiltour gehört zu Lappland definitiv dazu.
In der Mitte der Tour legten wir eine Pause im Wilderness Café Hanhipirtti ein, das in einer Hütte mitten im Wald liegt. Drinnen war es warm und gemütlich, perfekt zum Aufwärmen nach dem kalten Fahrtwind. Es gab leckere, typisch finnische Fischsuppe und danach süßes Gebäck wie Donuts und Kuchen.
Wir waren immer zu zweit auf einem Schneemobil unterwegs: Eine Person fuhr auf dem Hinweg, die andere auf dem Rückweg. So konnte jeder beides erleben – selbst fahren und einfach nur genießen. Zwischendurch sind wir manchmal bewusst langsamer gefahren, um Abstand zum Vordermann zu gewinnen, und danach wieder richtig Gas zu geben – für den kleinen Adrenalin-Kick, versteht sich.
Gestartet sind wir noch im Tageslicht, zurückgekommen in der Dunkelheit. Dieser Übergang, draußen unterwegs zu sein, während es langsam dunkel wird, hat die Tour nochmal besonders gemacht.
Es gibt verschiedene Tour-Formate. Mir hat die Tour mit der kleinen Lunch-Break sehr gut gefallen, da die Hütte so gemütlich war und das Essen auch sehr lecker. Du kannst aber auch eine Tour buchen, bei der du am Ende Rentiere siehst.

Durch verschneite Wälder fahren: Husky-Schlittentour
Auf diese Aktivität habe ich mich im Vorfeld am meisten gefreut – und sie war mindestens genauso cool, wie ich es mir vorgestellt hatte!
Was ich dir aber direkt vorweg sagen möchte: Husky-Schlittentouren haben nichts mit Tierquälerei zu tun. Huskys sind echte Arbeits- und Sporthunde, die viel Bewegung brauchen. Das bedeutet natürlich auch, dass sie regelmäßig laufen müssen und trainieren – etwa für Musher-Wettkämpfe oder längere Touren. Ob die Hunde artgerecht gehalten werden, hängt am Ende immer vom jeweiligen Anbieter ab. Bei Maglelin Experience war das absolut der Fall: Die Guides kümmerten sich sehr liebevoll um die Hunde und gaben wirklich ihr Bestes, damit es ihnen gut geht.
Die Tour führte uns durch verschneite Wälder. Die Fahrt war zwar seeeehr kalt, aber die Landschaft dafür unglaublich schön. Wir waren immer zu zweit auf einem Schlitten unterwegs: Eine Person lenkte den Schlitten, während die andere vorne im Schlitten saß und einfach die Huskys und die Landschaft genießen konnte. Nach ungefähr der Hälfte der Strecke haben wir dann getauscht, damit jede*r beides erleben konnte. Die Huskys haben so viel Kraft, dass wir oft auf der stärksten Bremse des Schlittens stehen blieben, damit wir nicht zu schnell wurden!
Nach der Tour ging es in eine gemütliche Kota. Dort haben wir uns bei heißen Getränken und kleinen Leckereien wie Zimtschnecken aufgewärmt – ein schöner Abschluss für ein ganz besonderes Erlebnis.

Schritt für Schritt durch den Schnee: Schneeschuh-Wanderung
Während unserer Zeit in Lappland haben wir mehrere Schneeschuhwanderungen gemacht. Die Schneeschuhe haben wir uns bei einem Rental ausgeliehen: Du steigst mit ganz normalen, warmen Winterschuhen hinein und bekommt durch die Schneeschuhe einfach mehr Auflagefläche und Halt im tiefen Schnee. Echt unkompliziert und nach kurzer Zeit läuft es sich auch immer einfacher damit.
Unsere allererste Schneeschuhwanderung fand direkt am ersten richtigen Tag statt – und sie war eines der Highlights der Reise. Gemeinsam mit einem Guide liefen wir über den See Immeljärvi bei Levi und den angrenzenden Berg hinauf. Wir waren alle noch total aufgeregt: Der viele Schnee, das erste Mal auf Schneeschuhen unterwegs und eine Gruppe, die sich gerade erst kennengelernt hatte. Wir haben unglaublich viel rumgealbert, gelacht und sind stellenweise Wege auf dem Popo hinuntergerutscht. So, wie du es sonst mit einem Schlitten machen würdest. Es war einfach unbeschwert und hat sich nach purem Winterspaß angefühlt.
Eine weitere Schneeschuhwanderung führte uns später in den Ylläs-Nationalpark. Die Landschaft dort ist wunderschön und nochmal ganz anders. Durch die Polarnacht ist es tagsüber eher dunkel, aber an diesem Tag hatten wir besonderes Glück: Es war nicht komplett bewölkt, sodass etwas Licht durchkam, und plötzlich lag ein rosa-pinker Schimmer über der verschneiten Landschaft. Ein Moment, den ich so schnell nicht vergessen werde.
Zwischendurch wärmten wir uns in einer kleinen Kota auf, grillten Würstchen und machten uns Hotdogs. Total gemütlich und genau das Richtige für eine Pause von der Wanderung.
Im Nationalpark waren außerdem viele Langläufer unterwegs, was der ganzen Szenerie nochmal eine besondere Atmosphäre gegeben hat. Alpin-Ski fahren kannst du dort übrigens auch.

Ski fahren im Levi Ski Resort
Skifahren klingt natürlich erstmal nach einer Aktivität, die du genauso gut in Österreich oder der Schweiz machen kannst. Aber Skifahren in Lappland war vielleicht sogar meine Lieblingsaktivität der gesamten Reise.
Das lag unter anderem am Skigebiet selbst: Alles war tief verschneit, die Bäume komplett mit Schnee bedeckt und die Landschaft wirkte fast unberührt. Gleichzeitig waren die Pisten angenehm leer und die Bedingungen einfach perfekt. Der Schnee war unglaublich gut zu fahren und insgesamt fühlte sich alles sehr entspannt an.
Besonders schön war auch das Licht. Durch die Polarnacht geht die Sonne nicht richtig auf, stattdessen hatten wir über mehrere Stunden dieses besondere Dämmerlicht – wie ein permanenter Sonnenauf- oder -untergang. Genau in diesem Licht waren wir auf den Pisten unterwegs und sind quasi in den Sonnenuntergang hineingefahren. Ein unglaublich schöner Moment.
Nachdem die Sonne dann ganz weg war, war es aber auch aufregend, im Dunkeln Ski zu fahren. Die Pisten im Levi Ski Resort (das größte und bekannteste Skigebiet Finnlands) sind komplett beleuchtet, sodass du auch abends noch richtig gut fahren kannst. Das kenne ich aus den Alpen so eher nicht – dort endet der Skitag meist, sobald die Sonne untergeht.
Ich liebe Skifahren generell, aber das hier war nochmal eine ganz andere Erfahrung. Ruhig, landschaftlich beeindruckend, irgendwie besonders und etwas, das ich wirklich jedem ans Herz legen kann.

Zwischen Hitze und Eis: Sauna & Eisbaden
An einem Abend sind wir gemeinsam im Immelkartano in eine (private) Sauna mit Eisbad und Whirlpool gegangen. Fun Fact: Cristiano Ronaldo war hier schon mehrmals zu Gast.
Für mich war der Besuch sehr besonders, denn ich habe dort mein allererstes Eisbad überhaupt gemacht. Und ich war ehrlich gesagt ein bisschen stolz auf mich, denn ich habe es ziemlich lange im eiskalten Wasser ausgehalten. Direkt danach ging es natürlich in die Sauna – und anschließend in den Whirlpool. Insgesamt war ich sogar zweimal im Eisbad, was eine unglaublich intensive Erfahrung war. Du merkst sofort, wie wichtig es ist, dich voll auf deinen Atem zu konzentrieren, sobald du ins Eiswasser steigst.
Die Sauna selbst war eine klassische finnische Sauna – schön, aber für mich nicht das Highlight des Abends. Cooler fand ich das Entspannen im Whirlpool. Das Wasser dort war angenehm warm, wir saßen zusammen, haben gelacht und um uns herum war einfach alles verschneit. Diese Kulisse hat den Abend so besonders gemacht.
Es war ein Abend, der mir definitiv in Erinnerung bleiben wird. Vor allem werde ich mein erstes Eisbad so schnell nicht vergessen. Ich kann dieses Erlebnis auf jeden Fall sehr empfehlen – vor allem in der Gruppe (bis zu 15 Personen). Denn der Preis lag bei etwa 350€ für 2 Stunden. Das heißt, je mehr Leute ihr seid, desto günstiger wird der Preis pro Person.

Über 766-Treppen zum Secret Café wandern
Eine weitere Wanderung führte uns über 766 Treppenstufen den Berg hinauf. Diese Wanderung haben wir tatsächlich ohne Schneeschuhe gemacht, da sie dort nicht unbedingt notwendig waren. Je nach Abstieg empfiehlt es sich allerdings, Schneeschuhe mitzunehmen – vor allem, wenn du durch Tiefschnee wieder runter wandern möchtest.
Wir sind die „Panorama Stairs“ nach oben gelaufen und haben unterwegs unglaublich viele Fotos gemacht, weil sich die Szenerie einfach perfekt dafür angeboten hat. Oben angekommen kamen wir in der Nähe des Skilifts vom Levi Ski Resort heraus. Von dort führt ein kleiner Weg durch den Wald zu einem ganz besonderen Ort: dem Secret Café.
Das Café ist klein, gemütlich und hat ein großes Panoramafenster. Drinnen sitzt du auf Hockern direkt am Feuer und kannst den Ausblick nach draußen genießen. Auf dem Feuer bereitet die Betreiberin frische Crêpes zu und du kannst Würstchen grillen. Dazu gibt es heiße Schokolade, Kaffee oder heißen Saft.
Die Wanderung selbst war wieder richtig schön. Zwischendurch haben wir im Schnee eine kleine Schneeballschlacht gemacht, viel gelacht und natürlich auch die Zeit genutzt, um Content zu erstellen – schließlich war das der Grund, warum wir in Lappland waren.
Ich kann diese Wanderung und vor allem das Café wirklich jedem empfehlen. Ob du nur die 766 Treppenstufen nach oben gehst und – so wie wir – mit dem Lift wieder nach unten fährst (es war einfach so kalt und es zog ein kleiner Schneesturm auf, da wollten wir nur schnell nach Hause), oder ob du dich für den Abstieg durch den Tiefschnee entscheidest, bleibt ganz dir überlassen.

Den Polarlichtern hinterher jagen
Die Polarlichter zu sehen stand auf meiner Liste mit Dingen, die ich vor meinem 30. Geburtstag erleben wollte – und ich habe es geschafft. Dafür informierte ich mich vor meiner Reise nach Lappland aber auch gut: Wann siehst du die Polarlichter? Wie fotografierst du sie am besten? Und worauf solltest du achten?
Ein wichtiger Wert dabei ist der KP-Index. Er gibt vereinfacht gesagt an, wie intensiv die Polarlichter sein können. Je höher der KP-Wert, desto besser stehen die Chancen, Nordlichter zu sehen. In verschiedenen Apps kannst du außerdem erkennen, in welcher Zone du dich befindest: Grün bedeutet eher geringe Sichtbarkeit, Gelb bessere Chancen und Rot sehr gute Bedingungen. Wir haben die App „My Aurora Forecasts & Alerts“ verwendet.
Allerdings zeigen diese Werte nur, wie stark die Polarlichter sind, und nicht, ob du sie tatsächlich siehst. Denn mindestens genauso entscheidend ist das Wetter. Sind zu viele Wolken am Himmel, können selbst starke Polarlichter komplett verdeckt sein. Deshalb haben wir immer beides im Blick behalten: KP-Wert und Wetter.
Sobald absehbar war, dass der Himmel zumindest teilweise klar ist oder sich Wolkenlücken ergeben könnten, sind wir bei entsprechendem Alarm in der App rausgegangen – einfach, um jede Chance mitzunehmen. Beim ersten Mal konnten wir die Polarlichter tatsächlich nur über das Handy erkennen, mit bloßem Auge waren sie noch zu schwach. Beim zweiten Mal waren sie ganz leicht sichtbar. Und beim dritten Mal konnten wir sie mit eigenen Augen sehen. Das war ein ganz besonderer Moment.
Trotzdem muss ich ehrlich sagen: In meiner Vorstellung waren sie spektakulärer. Die intensiven Farben, die du von Fotos kennst, siehst du mit bloßem Auge meist nicht so stark. Oft wirken Polarlichter eher wie Schlieren am Himmel, mit einem leichten grünen Schimmer.
Wir sind oft relativ spät abends losgezogen, um die Polarlichter zu sehen. Das hat uns definitiv die ein oder andere Stunde Schlaf gekostet, aber für dieses Erlebnis hat es sich gelohnt. Wir sind schließlich nicht allzu oft in Lappland.
Ein kleiner Hinweis noch: Wir waren im Dezember dort. Die Chancen auf besonders starke Polarlichter gelten im Februar und März als noch besser. Aber auch im Dezember kannst du mit etwas Glück unvergessliche Momente erleben.

Auf Kufen durch den Wald: Schlittschuhlaufen
Schlittschuhlaufen in Lappland war eine der Aktivitäten, die ich im Vorfeld gar nicht auf dem Schirm hatte. Das Besondere daran: Statt auf einer präparierten Eisfläche standen wir plötzlich mitten im verschneiten Wald und sind auf einer beleuchteten Naturbahn Schlittschuh gelaufen. Allein diese Atmosphäre war schon unglaublich schön.
Es gibt dort zwei verschiedene Strecken, eine kürzere und eine längere, die sich durch den Wald ziehen. Insgesamt ist die Bahn etwa einen Kilometer lang. Gerade dieses Gefühl, nicht auf einem klassischen Eisfeld zu fahren, sondern sich auf Kufen durch den Wald zu bewegen, hat das Erlebnis so besonders gemacht. Es war allerdings auch schwieriger als auf einer präparierten Eisbahn, da es mehr Unebenheiten gab. Wir hatten jedenfalls wieder viel Spaß und haben die Zeit sehr genossen.
Organisiert wird das Ganze über Lovimainas. Wir wurden an der Touristeninformation mit einem Kleinbus abgeholt und zum Wald gebracht. Vor Ort haben wir dann Schlittschuhe geliehen bekommen und hatten insgesamt etwa zwei Stunden Zeit.
Allerdings muss ich ehrlich sagen: Der Preis für das Ganze ist meiner Meinung nach ziemlich hoch. Rund 59€(!) pro Person für zwei Stunden Schlittschuhlaufen! Wir haben die Aktivität zugegebenermaßen im Rahmen einer Kooperation gemacht und dafür Content erstellt, ansonsten hätte ich sie nicht gebucht. Dafür gibt es in Lappland einfach andere Erlebnisse, die mir persönlich mehr wert sind.
Trotzdem: Schön war es auf jeden Fall. Außerdem gab es an der Strecke ein kleines Zelt mit Feuer, in dem du dich zwischendurch aufwärmen kannst. Das haben wir zwar nicht lange genutzt, aber ich fand es trotzdem total süß. Unterm Strich: ein sehr schönes, besonderes Erlebnis in toller Atmosphäre – aber eines, bei dem du vorher wissen solltest, ob es dir den Preis wert ist.

Was es sonst noch in Lappland zu erleben gibt
Natürlich gibt es in Lappland noch viele weitere Aktivitäten, die wir diesmal nicht alle machen konnten. Für eine Sache würde ich sicherlich noch einmal wiederkommen: eine Rentierschlittenfahrt. Auch Eis-Karting hätte ich richtig cool gefunden – also Kartfahren auf dem Eis. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nicht zum letzten Mal in Lappland war.
Andere Aktivitäten habe ich bewusst ausgelassen. Eine Fatbike-Tour zum Beispiel – sicher cool für viele, aber für mich persönlich kein Highlight. Das ist natürlich total Geschmackssache. Ähnlich ging es mir mit Islandpferde-Reiten. Ich bin einfach kein Pferdemädchen, deshalb war das für mich schnell raus.
Was nicht direkt in Levi liegt, aber für viele untrennbar mit Lappland verbunden ist, ist das Santa Claus Village bei Rovaniemi. Gerade kurz vor Weihnachten stelle ich mir das richtig schön vor. Von Levi aus wäre es allerdings ein Stück Fahrt gewesen.
Eine Sache, die ich aber unbedingt noch erzählen muss, ist etwas ganz Alltägliches – und doch so besonders: Einkaufen mit dem Schlitten. Einkaufen in anderen Ländern finde ich sowieso immer ein Erlebnis, aber in Lappland nimmst du im Winter einfach deinen Schlitten mit zum Einkaufen. Nach dem Einkauf kommen alle Tüten drauf, und dann ziehst du deinen Einkaufsschlitten nach Hause. Ich habe so gelacht, als ich das zum ersten Mal gemacht habe. Eine kleine Sache, aber für mich eine dieser Erfahrungen, die ich so schnell nicht vergessen werde.