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Ella

Es gibt wohl kaum einen Ort in Sri Lanka, der so sehr für diese eine legendäre Zugfahrt steht wie Ella: Mit dem Zug von Kandy durch endlose Teeplantagen und nebelverhangene Berge ins Hochland zu fahren, ist ein Erlebnis für sich. Der kleine Ort wirkt entspannt und ist umgeben von sattgrünen Hügeln, Wasserfällen und Aussichtspunkten wie der berühmten Nine Arches Bridge. Fast überall eröffnet sich dir ein weiter Blick über die bergige Landschaft. Trotz seiner Beliebtheit hat sich Ella eine gewisse Gelassenheit bewahrt und genau das macht den Charme des Ortes aus.

16/11/2025

dear(travel)diary,

von Sigiriya aus ging es für uns zunächst mit dem Taxi nach Kandy. Dort haben wir uns noch schnell einen kleinen Snack bei Avo Coffee Kandy besorgt, bevor wir in den wohl berühmtesten Zug Sri Lankas gestiegen sind: Den von Kandy nach Ella.

Vorab hatte ich gelesen, unbedingt die zweite Klasse zu buchen, weil du dort die Fenster öffnen kannst – perfekt für die ikonischen Fotos mit wehenden Haaren vor endlosen Teeplantagen. Tja. Ich hatte allerdings aus Versehen Tickets für die erste Klasse gekauft.

Im ersten Moment war ich etwas enttäuscht – schließlich sind dort die Fenster geschlossen (dafür ist alles klimatisiert). Aber im Nachhinein war es eigentlich perfekt für uns. Es war angenehm kühl, deutlich ruhiger und trotzdem konnten wir jederzeit zu den offenen Türen gehen. Und ja – diese Türen sind wirklich offen. Genau das macht diese Fahrt so besonders: Während der Zug langsam durch grüne Hügel und Teeplantagen fährt, stehen die Menschen in den Türrahmen, lassen die Beine baumeln und machen Fotos. Dieses Bild kennst du bestimmt von Instagram; und es ist genauso schön, wie es aussieht.

Die Strecke selbst ist spektakulär. Immer wieder fährt der Zug durch sattgrüne Landschaften, vorbei an kleinen Dörfern, Brücken und Nebelschwaden über den Hügeln. Es gibt sogar eine kleine Bordküche im Zug, die in unserem Zug zwischenzeitlich sogar fast schon eine kleine Party schmiss. Eine ziemlich charmante Mischung aus Backpackern, Einheimischen und ganz viel Vorfreude auf Ella.

Nach mehreren Stunden mit immer wiederkehrenden „Wow“-Momenten kamen wir schließlich in Ella an. Und der Kontrast zu Sigiriya war sofort spürbar. Ella ist deutlich touristischer, lebendiger, fast schon ein kleiner Backpacker-Hub mit Bars, Restaurants und etwas mehr Party-Vibe. Nach dem eher ruhigen, traditionellen Sigiriya wirkte das erst einmal anders – vielleicht sogar ein kleines bisschen zu touristisch. Trotzdem: Die Bergkulisse, die frische Luft und die entspannte Atmosphäre haben uns direkt abgeholt.

xx Chiara


Kleiner Tipp: Buche dein Ticket unbedingt im Voraus. Diese Zugfahrt ist extrem beliebt und häufig frühzeitig ausverkauft. Das Ticket kannst du hier buchen. Wir haben ca. 21 EUR p.P. für die Tickets in der ersten Klasse gezahlt.


Was es zu sehen & erleben gibt:


Nine Arches Bridge

Die Nine Arches Bridge ist wohl das bekannteste Fotomotiv rund um Ella. Von Ella aus erreichst du die Brücke ganz unkompliziert zu Fuß. Ein kleiner Spaziergang führt durch einen schmalen Waldweg, und plötzlich stehst du vor diesem beeindruckenden Bauwerk aus der Kolonialzeit, das sich elegant über das grüne Tal spannt.

Rund um die Brücke gibt es mehrere kleine Cafés mit erhöhtem Blick auf die Gleise. Perfekt, um entspannt zu warten, bis der Zug kommt. Denn genau das ist das Highlight: Wenn der Zug langsam über die Brücke rollt, während sich die Menschen aus den Türen lehnen, entsteht dieses ikonische Sri-Lanka-Motiv. Die Züge fahren mehrmals täglich, sodass du in der Regel nicht allzu lange warten musst, bis einer vorbeikommt.

Die Nine Arches Bridge ist ein beliebter Spot, entsprechend viele Besucher und kleine Verkaufsstände gibt es dort. Wenn du etwas kaufen möchtest, lohnt es sich, die Preise kurz zu vergleichen und freundlich zu verhandeln.


Ravana Pool Club

Wer zwischendurch Lust auf einen entspannten Pooltag hat, wird im Ravana Pool Club fündig. Der Poolclub ist modern, stilvoll und erinnert mit seinem Design ein wenig an Bali – viel Holz, Naturtöne, gepflegte Anlage und eine wirklich schöne Kulisse mitten im Grünen.

Preislich bewegt man sich hier allerdings eher auf europäischem Niveau als auf sri-lankischem. Der Eintritt ist nicht ganz günstig, lohnt sich aber vor allem dann, wenn du mehrere Stunden dort verbringst und den Tag bewusst entspannt angehst.

Auch kulinarisch geht es westlich zu: Auf der Karte stehen Pizza, Tacos, Bowls, Burger und diverse Cocktails – also eher internationale Klassiker als lokale Küche. Wenn du es also lieber traditionell und lokal magst, dann ist es vielleicht nicht der richtige Ort für dich. Insgesamt war es für uns aber ein richtig entspannter Tag mit guter Musik, schöner Aussicht und Urlaubsfeeling pur. Würde ich es nochmal machen? Ja, definitiv – einfach als kleiner „Treat Yourself“-Moment während der Rundreise.


Ellas Wanderungen

Ella ist bekannt für seine vielen Wanderungen. Besonders beliebt sind der Aufstieg auf den Little Adam's Peak sowie der Weg zum Ella Rock Viewpoint. Beide versprechen tolle Ausblicke über die umliegende Berglandschaft und gelten als gut machbar – je nach Route mit etwas mehr oder weniger Steigung.

Wir selbst haben tatsächlich keine der klassischen Wanderungen gemacht. Nach der Anreise waren wir noch etwas erschöpft, und die Temperaturen haben ihr Übriges getan. Außerdem wollten wir diese Reise bewusst entspannter angehen und nicht jeden Aussichtspunkt „abhaken“.

Trotzdem: An Ausblicken hat es uns in Ella nicht gefehlt. Schon allein durch die Lage inmitten der grünen Hügel bietet der Ort immer wieder wunderschöne Panoramablicke. Deshalb bin ich mir sicher, dass sich die Wanderungen absolut lohnen, besonders, wenn du Lust auf Bewegung hast und die Landschaft aktiv erleben möchtest.

Wenn du es etwas actionreicher magst, kannst du sogar mit einer Zipline durch die Berglandschaft sausen. Auch das ist eine beliebte Aktivität in Ella. Preislich liegt sie allerdings eher im touristischen Bereich, weshalb wir uns dagegen entschieden haben. Spaß macht es bestimmt – für uns hat es sich in dem Moment einfach nur nicht richtig angefühlt.


Ellas Zentrum

Das Zentrum von Ella ist überschaubar, aber lebendig. Entlang der Hauptstraße reihen sich kleine Souvenirshops, Boutiquen mit lockerer Sommerkleidung, Cafés und Restaurants aneinander. Vieles ist klar auf Reisende ausgelegt – von Smoothie Bowls bis Backpacker-Bar. Abends wirkt der Ort deutlich lebhafter als tagsüber. Wir selbst haben keine Partynacht eingelegt, aber es gibt einige Bars mit Musik und Karaoke, und insgesamt hat Ella auf jeden Fall mehr „Nightlife-Vibes“ als Orte wie Sigiriya. Wer also Lust auf ein bisschen mehr Trubel hat, wird hier fündig.

Was ich besonders spannend fand, war der kleine lokale Markt. Er ist nicht vergleichbar mit großen Märkten, wie du sie vielleicht aus anderen Ländern kennst. Statt fester Stände werden die Waren oft einfach auf Decken am Boden ausgebreitet und direkt dort verkauft. Sehr simpel, sehr direkt – und genau deshalb irgendwie charmant. Es war weniger ein Touristenmarkt, sondern mehr ein Einblick in den Alltag.

Generell lohnt es sich, einfach ein wenig durch Ella Town zu schlendern, sich treiben zu lassen, in ein Café einzukehren und das bunte Treiben zu beobachten. Es ist touristischer als andere Orte in Sri Lanka – aber trotzdem auf seine eigene Art ganz süß.


Ravana Falls & Diyaluma Falls

Auf dem Weg von Ella in Richtung Udawalawe haben wir noch zwei Zwischenstopps eingelegt; beide absolut lohnenswert, wenn du ohnehin mit dem Auto unterwegs bist. Der erste Halt waren die Ravana Falls. Das ist eher ein kurzer Stopp: Du hältst am Straßenrand, schaust dir den Wasserfall an, machst vielleicht ein paar Fotos und fährst weiter. Kein großer Fußweg, kein Aufwand, aber trotzdem schön anzusehen.

Deutlich mehr Zeit haben wir bei den Diyaluma Falls verbracht. Von unten siehst du bereits den beeindruckenden Hauptwasserfall, der spektakulär ins Tal stürzt. Wir sind dann ein Stück hinaufgewandert (eine kleine, gut machbare Mini-Wanderung) bis zu einem Plateau mit natürlichen Rock-Pools und einem zweiten Wasserfall. Dahinter fällt das Wasser in die Tiefe. Weiter oben gibt es noch weitere Becken, in denen du sogar baden kannst. In den unteren Pools solltest du allerdings vorsichtig sein, da es stellenweise steil abfällt und die Strömung nicht zu unterschätzen ist.

Besonders aufregend wurde es, als unser Fahrer (der unterwegs ein bisschen Guide für uns spielte) plötzlich in die Ferne zeigte und meinte: „Da hinten ist ein Elefant.“ Zuerst haben wir nichts gesehen. Doch dann tatsächlich irgendwo in der Ferne bewegte sich etwas im Grün. Ein völlig unerwarteter Moment mitten in dieser weiten Landschaft. Unser Guide erzählte uns auch, dass sich gelegentlich Elefanten in der Gegend zeigen – sogar auf den Wanderwegen oder in der Nähe einer offenen Campsite. Für Einheimische vielleicht kalkulierbar, für unvorbereitete Touristen aber durchaus gefährlich. 

Diese beiden Stopps haben die Fahrt nach Udawalawe noch einmal besonders gemacht – ein perfekter Übergang von Berglandschaft zu Safari-Abenteuer.


Wo du lecker essen & trinken kannst

In Ella reiht sich ein Café & Restaurant ans nächste. Viele sehen modern und sehr auf Touristen ausgerichtet aus. Bei manchen habe ich mich gefragt. ob es eher Touristenfallen sind. Doch ob das wirklich so ist, kann ich nicht beurteilen. Ich kann jedoch ein Restaurant empfehlen:

Ein echtes Highlight war für uns das Little Restaurant, ein kleines, sehr traditionelles Restaurant ohne viel Schnickschnack. Dort habe ich mein allererstes Kottu gegessen. Kottu Roti ist eines der bekanntesten Gerichte Sri Lankas: In Streifen geschnittenes Fladenbrot wird auf einer heißen Platte mit Gemüse, Ei und wahlweise Fleisch oder Käse kleingehackt und mit Gewürzen angebraten. Unser Kottu dort war zwar spicy – aber gleichzeitig das Beste, was ich während unserer gesamten Sri-Lanka-Reise gegessen habe.

Für guten Kaffee oder Matcha kann ich dir das Isle of Gelato empfehlen. Und wenn du mal was westliches suchst, dann kannst du nach deinem Tag im Ravana Pool Club dort gut essen. Die Tacos waren wirklich richtig lecker, allerdings bewegst du dich hier preislich eher auf europäischem Niveau.


Wo du gut übernachten kannst

Übernachtet haben wir im Misty Hills Ella (Affiliate Link). Während unseres Aufenthalts wurde das Hotel gerade renoviert, was man an ein paar Stellen auch bemerkt hat – einige Bereiche waren bereits modernisiert, andere noch in Arbeit. Uns hat das allerdings nicht wirklich gestört. Ganz im Gegenteil: Wir haben sogar ein kleines Upgrade bekommen und am Ende ein größeres Zimmer mit Blick auf die Berge erhalten. Der Ausblick war sehr schön, das Zimmer geräumig und alles sauber.

Gefrühstückt haben wir ebenfalls dort, und immer frisch zubereitetes Omelett nach unserer Wahl bekommen. Insgesamt war das Frühstück einfach, aber lecker. Ein echtes Highlight war jedoch der Pool. Von dort aus hast du einen tollen Blick auf die umliegende Berglandschaft. Perfekt, um nach einem Ausflug oder einfach zwischendurch ein bisschen zu entspannen.



Ich habe dir eine Liste mit allen Orten auf Google Maps zusammengestellt.

Die Liste findest du hier.