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Sigiriya

Es gibt wohl kaum ein Wahrzeichen in Sri Lanka, das so ikonisch ist wie der Sigiriya Rock. Majestätisch ragt der Monolith aus der flachen Landschaft empor und erzählt von einer jahrhundertealten Königsfestung auf seinem Gipfel. Das eigentliche Highlight liegt jedoch gegenüber: der Aufstieg auf den Pidurangala Rock. Von hier aus hast du besonders zum Sonnenaufgang einen atemberaubenden Blick auf den Sigiriya, der aus dem grünen Dschungel herausragt.

16/11/2025

dear(travel)diary,

Sigiriya war der erste Stopp unserer Sri-Lanka-Rundreise und damit auch unser erstes Eintauchen in ein für uns neues Land. Etwa drei Stunden dauerte die Fahrt vom Flughafen bis ins Landesinnere. Drei Stunden, in denen wir aus dem Fenster schauten, Palmen vorbeiziehen sahen, kleine Dörfer, bunte Tempel, rustikale Straßenstände – und langsam realisierten: Wir sind wirklich hier.

Und dann – ganz plötzlich – lief einfach ein Elefant vor uns auf der Straße. Wir waren total aufgeregt! Unser Fahrer erklärte uns, dass Elefanten besonders in der Dämmerung unterwegs seien, weshalb man dann vorsichtiger sein müsse. Also fuhren wir ganz ruhig an ihm vorbei. Dieser erste Elefantenmoment war irgendwie sinnbildlich für alles, was noch kommen sollte.

Als wir in unserer Unterkunft ankamen, begrüßte uns die tropische Luft – was sich vor allem an unseren Haaren bemerkbar machte. Nachdem wir unsere wilden Mähnen kurz zu bändigen versuchten (man kann es wirklich nur einen Versuch nennen), machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Abendessen. Dafür liefen wir etwa zehn Minuten zu einem kleinen, lokalen Restaurant - zu Fuß versteht sich. Erst kurz vor dem Rückweg fiel uns wieder ein, was unser Fahrer gesagt hatte: Bei Dunkelheit kommen die Elefanten raus, da sollten wir vorsichtig sein. Upps! Wir gingen also etwas aufmerksamer zurück, allerdings begegneten wir keinem Elefanten mehr.

Dafür erwartete uns am nächsten Tag ein beeindruckendes Programm!

xx Chiara

Was es zu sehen & erleben gibt:


Festung von Sigiriya

Der Sigiriya (auch bekannt als „Löwenfelsen“) ist eine alte Felsfestung und zählt zu den bekanntesten und beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten Sri Lankas. Bereits der Weg vom Eingang auf den Felsen zu ist eindrucksvoll: Über einen langen, geraden Pfad läufst du direkt auf den gewaltigen, fast 200m hohen Monolithen zu, der fast surreal aus der flachen Landschaft emporragt.

Die Anlage stammt aus dem 5. Jahrhundert und diente König Kashyapa als Königsresidenz. Er ließ die Wände mit Fresken schmücken und errichtete einen beeindruckenden Palast auf dem Plateau des Felsens, der nur durch das Maul eines riesigen, aus Stein gehauenen Löwen zugänglich war. Heute sind davon noch die gewaltigen steinernen Tatzen erhalten. Auch die symmetrisch angelegten Wassergärten am Fuße des Felsens sowie die berühmten Sigiriya-Fresken sind noch erhalten.

Nachdem wir uns für 35 USD (ca. 30 EUR) ein Ticket direkt vor Ort gekauft hatten, ging es über zahlreiche Treppenstufen hoch hinauf. Allerdings wirkte der Aufstieg von unten steiler, als er sich tatsächlich anfühlt. Mit ausreichend Wasser und ein paar kurzen Pausen ist er gut machbar. Da es auf dem Felsen kaum Schatten gibt, empfiehlt es sich grundsätzlich, früh am Morgen (das Ticket Office öffnet um 5 Uhr) oder am späten Nachmittag zu kommen – vor allem wegen der Hitze. Wir mussten uns allerdings erstmal von unserer Anreise erholen und sind daher erst zur Mittagszeit zum Fels. Für uns war es aber nicht zu heiß und wahrscheinlich trafen wir deshalb sogar vergleichsweise wenige andere Besucher an.

Oben angekommen wurden wir mit einem faszinierenden Blick über die umliegende, sattgrüne Landschaft mit Dschungel, Seen und vereinzelten Felsen belohnt. Doch neben der Aussicht hat mich vor allem die Geschichte beeindruckt: Dass hier vor über 1.500 Jahren eine ganze Palastanlage in und auf diesem Felsen existierte, ist kaum zu begreifen.


Pidurangala Rock

Deutlich günstiger und (zumindest für mich) sogar noch beeindruckender ist der Pidurangala Rock. Die kleine Wanderung hoch dauert etwa 20–30 Minuten und ist gut machbar, auch ohne besondere Kondition. Erst auf den letzten Metern wird es etwas abenteuerlicher. Denn dort musst du über ein paar größere Felsbrocken klettern.

Ein Teil des Weges führt durch eine kleine Tempelanlage, in der du Schultern und Knie bedecken musst. Du kannst aber Tücher am Eingang ausleihen und darfst diese, sobald du den Tempelbereich hinter dir lässt, wieder ablegen – was spätestens beim Klettern deutlich praktischer ist! Unterwegs kommst du an einer liegende Buddha-Statue vorbei und hast immer wieder schöne Ausblicke ins Grüne.

Oben angekommen wartet dann ein spektakulärer Blick auf den gegenüberliegenden Sigiriya. Gerade zum Sonnenuntergang entsteht eine besondere Stimmung, wenn das Licht weicher wird und der Felsen langsam in warme Farben getaucht wird. Wir haben uns dort einfach hingesetzt, geredet, Fotos gemacht und sind immer wieder ein Stück über das Plateau gelaufen. Für mich persönlich war dieser Ausblick sogar schöner als vom Sigiriya selbst, weil du hier den ikonischen Felsen in seiner ganzen Größe vor dir siehst. Allerdings solltest du auf die kleinen Affen achten, die hier oben rumturnen. Sie könnten dich beklauen.

Der Abstieg im Dunkeln war dann nochmal ein kleines Abenteuer. Durch die Felsen ging es vorsichtig, aber mit viel Gelächter wieder nach unten. Zurück ging es dann mit dem Tuk-Tuk, was auch jedes Mal wieder ein Erlebnis für sich ist. Wir hatten jedenfalls immer viel zu lachen.


Town & Umgebung

Sigiriya selbst ist ein kleiner, überschaubarer Ort. Neben den beiden Felsen spielt sich das Leben vor allem rund um die Hauptstraße ab. Dort findest du einige süße, kleine Cafés, Restaurants und Guesthouses. Perfekt für entspanntes Café-Hopping. Oder um sich mit einem Buch an den nahegelegenen See zu setzen und einfach die Natur zu genießen. Gerade nach dem Aufstieg auf einen der Felsen tut diese ruhige Atmosphäre richtig gut.

Wenn du etwas mehr Zeit mitbringst, gibt es in der Umgebung jedoch noch einige spannende Ausflugsziele. Wir hatten dafür leider keine Zeit, ich möchte sie dir dennoch kurz vorstellen:

Der Minneriya National Park liegt nur eine kurze Fahrt entfernt und ist besonders für seine Elefantenpopulation bekannt. Während der sogenannten „Gathering“-Saison (meist zwischen Juli und Oktober) versammeln sich dort teilweise hunderte Elefanten an den Wasserstellen – ein beeindruckendes Naturschauspiel. Im Vergleich zum weiter südlich gelegenen Udawalawe Nationalpark gilt Minneriya als etwas weniger touristisch, wobei das natürlich saisonabhängig ist.

Ebenfalls gut erreichbar ist der Dambulla-Höhlentempel (Golden Temple of Dambulla). Die Tempelanlage gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und besteht aus mehreren Höhlen, die mit Buddha-Statuen und farbenfrohen Wandmalereien geschmückt sind. Allein die Lage auf einem Felsen macht den Besuch schon besonders eindrucksvoll.

Etwas weiter entfernt befindet sich zudem die Avukana Buddha Statue – eine über 12 Meter hohe, freistehende Buddha-Statue aus dem 5. Jahrhundert. Auch wenn wir es zeitlich nicht mehr dorthin geschafft haben, ist sie ein weiteres Beispiel für die beeindruckende Geschichte dieser Region.

Sigiriya eignet sich also nicht nur als Stopp für die beiden Felsen, sondern auch wunderbar als Ausgangspunkt, um das kulturelle Herz Sri Lankas ein Stück besser kennenzulernen.


Wo du lecker essen & trinken kannst

Kulinarisch ist Sigiriya deutlich ruhiger als größere Orte in Sri Lanka – aber genau das macht es irgendwie charmant. Statt hipper Food-Spots erwarten dich hier vor allem kleine, familiengeführte Restaurants und gemütliche Cafés.

Richtig lokal gegessen haben wir im Tasty Path Restaurant. Das Restaurant wird von einer Familie geführt und das Essen war super traditionell und frisch zubereitet. Genau diese Art von Orten machen die Reiseerfahrung authentisch. Ein weiteres Mal haben wir direkt in unserer Unterkunft gegessen: im Tropicara Resorts - Habarana. Auch hier wird traditionell und lecker gekocht!

Für Kaffee oder eine kleine Pause zwischendurch kann ich dir das Mr Caffeine Cafe & Restaurant und das Espresso Italiano empfehlen. Beide haben uns gut gefallen. Besonders schön sitzt du bei Espresso Italiano direkt am See – und die Preise waren dort sehr fair. Generell findest du aber entlang der Hauptstraße noch einige weitere kleine Cafés und Restaurants, sodass du definitiv nicht hungrig bleiben wirst.


Wo du gut übernachten kannst

Übernachtet haben wir im Tropicara Resorts - Habarana (Affiliate Link), etwa 20 Minuten von Sigiriya entfernt. Für zwei Nächte haben wir zu zweit insgesamt 64 EUR inklusive Frühstück gezahlt – ein wirklich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die Unterkunft hat einen kleinen Pool und Klimaanlage in den Zimmern. Die Einrichtung ist etwas schlichter und weniger detailverliebt, als du es vielleicht aus Europa kennst – dafür war alles sauber, großzügig geschnitten und absolut ausreichend für unseren Aufenthalt. Gerade wenn du eine ruhige, etwas grünere Umgebung suchst, ist Habarana ein guter Ausgangspunkt für die Region rund um Sigiriya.



Ich habe dir eine Liste mit allen Orten auf Google Maps zusammengestellt.

Die Liste findest du hier.