Festung von Sigiriya
Der Sigiriya (auch bekannt als „Löwenfelsen“) ist eine alte Felsfestung und zählt zu den bekanntesten und beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten Sri Lankas. Bereits der Weg vom Eingang auf den Felsen zu ist eindrucksvoll: Über einen langen, geraden Pfad läufst du direkt auf den gewaltigen, fast 200m hohen Monolithen zu, der fast surreal aus der flachen Landschaft emporragt.
Die Anlage stammt aus dem 5. Jahrhundert und diente König Kashyapa als Königsresidenz. Er ließ die Wände mit Fresken schmücken und errichtete einen beeindruckenden Palast auf dem Plateau des Felsens, der nur durch das Maul eines riesigen, aus Stein gehauenen Löwen zugänglich war. Heute sind davon noch die gewaltigen steinernen Tatzen erhalten. Auch die symmetrisch angelegten Wassergärten am Fuße des Felsens sowie die berühmten Sigiriya-Fresken sind noch erhalten.
Nachdem wir uns für 35 USD (ca. 30 EUR) ein Ticket direkt vor Ort gekauft hatten, ging es über zahlreiche Treppenstufen hoch hinauf. Allerdings wirkte der Aufstieg von unten steiler, als er sich tatsächlich anfühlt. Mit ausreichend Wasser und ein paar kurzen Pausen ist er gut machbar. Da es auf dem Felsen kaum Schatten gibt, empfiehlt es sich grundsätzlich, früh am Morgen (das Ticket Office öffnet um 5 Uhr) oder am späten Nachmittag zu kommen – vor allem wegen der Hitze. Wir mussten uns allerdings erstmal von unserer Anreise erholen und sind daher erst zur Mittagszeit zum Fels. Für uns war es aber nicht zu heiß und wahrscheinlich trafen wir deshalb sogar vergleichsweise wenige andere Besucher an.
Oben angekommen wurden wir mit einem faszinierenden Blick über die umliegende, sattgrüne Landschaft mit Dschungel, Seen und vereinzelten Felsen belohnt. Doch neben der Aussicht hat mich vor allem die Geschichte beeindruckt: Dass hier vor über 1.500 Jahren eine ganze Palastanlage in und auf diesem Felsen existierte, ist kaum zu begreifen.
Pidurangala Rock
Deutlich günstiger und (zumindest für mich) sogar noch beeindruckender ist der Pidurangala Rock. Die kleine Wanderung hoch dauert etwa 20–30 Minuten und ist gut machbar, auch ohne besondere Kondition. Erst auf den letzten Metern wird es etwas abenteuerlicher. Denn dort musst du über ein paar größere Felsbrocken klettern.
Ein Teil des Weges führt durch eine kleine Tempelanlage, in der du Schultern und Knie bedecken musst. Du kannst aber Tücher am Eingang ausleihen und darfst diese, sobald du den Tempelbereich hinter dir lässt, wieder ablegen – was spätestens beim Klettern deutlich praktischer ist! Unterwegs kommst du an einer liegende Buddha-Statue vorbei und hast immer wieder schöne Ausblicke ins Grüne.
Oben angekommen wartet dann ein spektakulärer Blick auf den gegenüberliegenden Sigiriya. Gerade zum Sonnenuntergang entsteht eine besondere Stimmung, wenn das Licht weicher wird und der Felsen langsam in warme Farben getaucht wird. Wir haben uns dort einfach hingesetzt, geredet, Fotos gemacht und sind immer wieder ein Stück über das Plateau gelaufen. Für mich persönlich war dieser Ausblick sogar schöner als vom Sigiriya selbst, weil du hier den ikonischen Felsen in seiner ganzen Größe vor dir siehst. Allerdings solltest du auf die kleinen Affen achten, die hier oben rumturnen. Sie könnten dich beklauen.
Der Abstieg im Dunkeln war dann nochmal ein kleines Abenteuer. Durch die Felsen ging es vorsichtig, aber mit viel Gelächter wieder nach unten. Zurück ging es dann mit dem Tuk-Tuk, was auch jedes Mal wieder ein Erlebnis für sich ist. Wir hatten jedenfalls immer viel zu lachen.
Town & Umgebung
Sigiriya selbst ist ein kleiner, überschaubarer Ort. Neben den beiden Felsen spielt sich das Leben vor allem rund um die Hauptstraße ab. Dort findest du einige süße, kleine Cafés, Restaurants und Guesthouses. Perfekt für entspanntes Café-Hopping. Oder um sich mit einem Buch an den nahegelegenen See zu setzen und einfach die Natur zu genießen. Gerade nach dem Aufstieg auf einen der Felsen tut diese ruhige Atmosphäre richtig gut.
Wenn du etwas mehr Zeit mitbringst, gibt es in der Umgebung jedoch noch einige spannende Ausflugsziele. Wir hatten dafür leider keine Zeit, ich möchte sie dir dennoch kurz vorstellen:
Der Minneriya National Park liegt nur eine kurze Fahrt entfernt und ist besonders für seine Elefantenpopulation bekannt. Während der sogenannten „Gathering“-Saison (meist zwischen Juli und Oktober) versammeln sich dort teilweise hunderte Elefanten an den Wasserstellen – ein beeindruckendes Naturschauspiel. Im Vergleich zum weiter südlich gelegenen Udawalawe Nationalpark gilt Minneriya als etwas weniger touristisch, wobei das natürlich saisonabhängig ist.
Ebenfalls gut erreichbar ist der Dambulla-Höhlentempel (Golden Temple of Dambulla). Die Tempelanlage gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und besteht aus mehreren Höhlen, die mit Buddha-Statuen und farbenfrohen Wandmalereien geschmückt sind. Allein die Lage auf einem Felsen macht den Besuch schon besonders eindrucksvoll.
Etwas weiter entfernt befindet sich zudem die Avukana Buddha Statue – eine über 12 Meter hohe, freistehende Buddha-Statue aus dem 5. Jahrhundert. Auch wenn wir es zeitlich nicht mehr dorthin geschafft haben, ist sie ein weiteres Beispiel für die beeindruckende Geschichte dieser Region.
Sigiriya eignet sich also nicht nur als Stopp für die beiden Felsen, sondern auch wunderbar als Ausgangspunkt, um das kulturelle Herz Sri Lankas ein Stück besser kennenzulernen.