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Sonnenaufgang am Pico do Arieiro
Der Sonnenaufgang am Pico do Arieiro gehört wohl zu den bekanntesten Erlebnissen auf Madeira – und das völlig zurecht. Denn während die Sonne langsam alles in warmes Licht taucht, stehst du über einem Meer aus Wolken, umgeben von einer unglaublichen Berglandschaft, und kannst deinen Augen kaum glauben, so schön ist der Ausblick.
Gerade in den frühen Morgenstunden entsteht auf Madeira häufig eine sogenannte Temperaturinversion: Die kühlere, schwerere Luft sammelt sich in den Tälern, während darüber wärmere Luft liegt. Dadurch bleiben die Wolken im Tal liegen und bilden dieses dichte Wolkenmeer, das erst im Laufe des Tages langsam aufsteigt. Das Naturspektakel zum Sonnenaufgang ist wirklich beeindruckend und definitiv etwas, das du nicht verpassen solltest.
Gleichzeitig solltest du wissen: Du bist da oben nicht allein. Denn mit dir werden noch viele andere schaulustige Touristen den Sonnenaufgang bewundern wollen. Deshalb füllt sich auch der Parkplatz schnell. Die meisten Autos müssen bereits am Straßenrand parken, sodass du noch ein Stück nach oben laufen musst. Das solltest du unbedingt in deinen Zeitplan einplanen, damit du nicht erst nach dem Sonnenaufgang oben bist.
Am Aussichtspunkt selbst gibt es zwei Möglichkeiten, wo du den Sonnenaufgang sehen kannst. Die meisten Touristen gehen vom Parkplatz aus nach rechts, denn dort hast du direkten Blick auf die aufgehende Sonne. Wir sind stattdessen nach links auf den Wanderweg Richtung Pico Ruivo gegangen. Die bekannte Pico-to-Pico-Wanderung beginnt hier. Auch wenn sie zeitweise gesperrt sein kann, kannst du zumindest ein Stück hineingehen. Von dort hast du ein mindestens genauso schönes, wenn nicht sogar spektakuläreres Panorama und deutlich weniger Menschen. So kannst du den Moment noch besser genießen!
Doch auch der Sonnenuntergang am Pico do Arieiro lohnt sich total. Es ist etwas ruhiger als am Morgen, aber immer noch besonders. Deshalb würde ich immer beides einplanen: Sonnenauf- und -untergang am Pico do Arieiro. Der Spot ist zum Glück super leicht erreichbar; vom Parkplatz sind es nur wenige Minuten zu Fuß. Bevor du abends allerdings hinfährst, solltest du die Webcam am Pico do Arieiro checken. So siehst du direkt, wie die aktuelle Wolkenlage ist und ob es sich lohnt, hinzufahren.

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Magische Stimmung im Fanal Forest
Der Fanal Forest gehört zu den magischsten Orten auf Madeira und fühlt sich ein bisschen an wie aus einer anderen Welt. Die alten Lorbeerbäume mit ihren knorrigen Ästen und verwunschenen Formen verleihen der Landschaft eine ganz besondere, fast schon mystische Atmosphäre. Nicht umsonst gibt es hier sogar einen Baum, der als „Witch Tree“ bekannt ist.
Das Besondere an diesem Ort ist aber vor allem das ständig wechselnde Wetter: Durch die Höhenlage ziehen immer wieder Wolken durch den Wald. Innerhalb weniger Minuten kann sich die Szenerie komplett verändern: eben noch dichter Nebel, im nächsten Moment strahlender Sonnenschein. Genau dieses Zusammenspiel sorgt für eine einzigartige, fast surreale Stimmung, die den Fanal Forest so besonders macht.
Gerade für Fotos ist der Wald ein absolutes Highlight. Der Nebel legt sich wie ein Schleier über die Landschaft und lässt die Bäume noch dramatischer wirken. Aber auch ganz ohne Kamera ist es einfach beeindruckend, durch diese weite, offene Fläche zu laufen und die Ruhe auf sich wirken zu lassen.
Auch den Fanal Forest erreichst du ganz unkompliziert: Es gibt mehrere kleine Parkplätze in der Umgebung, von denen aus du in wenigen Minuten zwischen den Bäumen stehst. Oft reicht schon ein kurzer Spaziergang.
Über die Wiesen verteilt liegen häufig Kühe, die dort ganz entspannt grasen oder einfach nur in der Landschaft ruhen. Sie sind an Menschen gewöhnt und sorgen irgendwie für eine noch ruhigere, fast schon friedliche Stimmung inmitten dieser ohnehin schon besonderen Kulisse.

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Die beeindruckendsten Wanderungen
Madeira ist ein absolutes Traumziel für alle, die gerne wandern. Die Insel bietet unzählige Routen: von entspannten Levada-Wegen bis hin zu spektakulären Küsten- und Bergwanderungen. Wir haben zeitlich bedingt leider nur drei Wanderungen gemacht. Doch ich war definitiv nicht das letzte Mal auf Madeira. Die Insel hat mir so gut gefallen und es gibt so viel zu sehen!
Die Vereda da Ponta de São Lourenço im Osten der Insel hat uns am meisten begeistert. Wir sind zum Sonnenaufgang gestartet, wodurch die Wege anfangs fast menschenleer waren - ein riesiger Pluspunkt! Die Landschaft ist hier komplett anders als im Rest der Insel: karger, rauer, aber mit atemberaubenden Ausblicken auf die Steilküste und das offene Meer. Spätestens auf dem Rückweg, wenn die Sonne alles in warmes Licht taucht, verstehst du, warum diese Wanderung zu den schönsten auf Madeira zählt.
Auch die Levada-Wanderung zu den 25 Fontes Wasserfall gehört zu den bekanntesten der Insel und ist entsprechend gut besucht. Trotzdem lohnt sie sich, vor allem, wenn du noch einen kleinen Abstecher zur Lagoa do Vento einplanst. Dort ist es deutlich ruhiger und du kannst die Natur viel entspannter genießen – perfekt für eine kleine Pause oder ein Picknick. Am Start- und Endpunkt der Wanderung gibt es eine gemütliche Hütte, in der du dir Snacks wie Pastéis de Nata holen und eine Pause einlegen kannst.
Die Levada do Caldeirão Verde stand ebenfalls auf unserer Liste. Allerdings wussten wir nicht, dass die Wanderung relativ lang ist. Da wir zu spät gestartet sind, mussten wir sie abbrechen, denn wir hatten keine Ausrüstung für den Rückweg im Dunkeln dabei. Sie soll aber landschaftlich eine der schönsten Wanderungen der Insel sein und gehört definitiv auf die Liste für das nächste Mal.
Dort stehen auch schon weitere Wanderungen drauf. Da wir nur fünf Tage auf Madeira hatten, blieb leider keine Zeit mehr für die Levada do Rei, die ebenfalls spektakulär sein soll. Und die bekannte Pico-to-Pico-Wanderung vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo war bei unserem Besuch leider gesperrt.
So oder so – egal, ob Küstenpfad, Wasserfall oder Bergpanorama: Auf Madeira gibt es für jeden die passende Wanderung. Und genau deshalb ist die Insel ein Ort, zu dem du immer wieder zurückkehren möchtest.
Übrigens: Die sogenannten Levadas sind traditionelle Bewässerungskanäle, die sich wie ein Netzwerk über die ganze Insel ziehen. Sie wurden ursprünglich angelegt, um Wasser aus den regenreichen Bergregionen in trockenere Gebiete zu leiten. Heute verlaufen entlang dieser Kanäle viele der schönsten Wanderwege Madeiras.

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Die besten Ausblicke
Die Insel ist wie gemacht für spontane Fotostopps. Gefühlt wartet hinter jeder Kurve ein neuer Ausblick. Seien es dramatische Steilküsten, grüne Berge oder das offene Meer. Entlang der Straßen gibt es immer wieder sogenannte „Miradouros“ (Aussichtspunkte), an denen du oft ganz unkompliziert anhalten kannst. Deshalb plane auf deinen Wegen immer etwas Zeit für kleine Stopps ein.
Einer der schönsten Spots – vor allem zum Sonnenuntergang – ist an der Cristo Rei. Die Stimmung hier war irgendwie besonders. Wenn du dich ein kleines Stück von der Plattform entfernst und dich etwas abseits ins Grüne setzt, findest du trotz der vielen Touristen einen ruhigen Platz mit Blick aufs Meer. Perfekt für ein kleines Picknick zum Abendessen!
Für ein weiteres Sunset-Picknick eignet sich auch der Aussichtspunkt am Farol da Ponta do Pargo. Der Leuchtturm befindet sich ganz im Westen der Insel, sodass du die Sonne direkt über dem Atlantik untergehen sehen kannst.
Besonders ist zudem der Miradouro Ilhéus da Ribeira da Janela. Er ist bekannt für seine markanten Felsformationen im Meer – ein echter Fotospot und besonders beliebt für Instagram-Bilder.
Doch wie gesagt: Es gibt unzählige schöne Stopps, an denen du einfach mal eben halten kannst. Uns haben z.B. der Ponta do Rosto und der Miradouro do Véu da Noiva sehr gut gefallen. Aber das sind wirklich nur ein paar Beispiele. Oft entstehen die schönsten Momente eh genau dann, wenn du einfach spontan anhältst, aussteigst und den Blick schweifen lässt.

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Piscinas Naturales: Baden im Atlantik
Madeira ist bekannt für seine natürlichen Lavapools (die sogenannten Piscinas Naturales). Entstanden aus erkalteter Lava, bieten sie die Möglichkeit, geschützt im Atlantik zu baden und gleichzeitig direkt am Meer zu sein.
Wir waren bei insgesamt drei dieser Pools. Unser Favorit waren die Piscinas Naturais do Seixal. Die Pools wirken hier besonders ursprünglich und naturbelassen, mit dunklem Lavagestein und direktem Blick auf das Meer. Es gibt eine kleine Bar, aber alles ist sehr entspannt gehalten – eher wie ein improvisierter Strandstand mit ein bisschen Musik im Hintergrund. Wenn du dich ein Stück davon entfernst, findest du ruhige Plätze und kannst die Kulisse ganz für dich genießen.
Etwas erschlossener, aber trotzdem schön war es bei Doca do Cavacas. Die Anlage bietet eine gute Mischung aus natürlich und leicht angelegt, wodurch du hier entspannt den Tag verbringen kannst.
Die bekanntesten Pools von Madeira sind die in Porto Moniz. Die Kulisse ist beeindruckend, allerdings fühlt es sich durch die Größe und Infrastruktur eher wie ein Freibad an. Dafür gibt es hier Sicherheitsvorkehrungen wie Bademeister, was in Porto Moniz auch wichtig ist. Denn je nach Wellengang kann es durchaus gefährlich werden – es besteht immer die Möglichkeit, dass dich eine Welle mit hinauszieht.
Grundsätzlich gilt: Die Pools sind zwar geschützt, aber immer noch Teil des Atlantiks. Gerade bei stärkerem Wellengang solltest du vorsichtig sein und die Bedingungen vor Ort im Blick behalten.
Neben diesen Spots gibt es noch viele weitere natürliche Pools auf der Insel. Ich habe dir ein paar weitere in meine Google Maps Liste gepackt.

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Die schönsten Strände
Auch wenn Madeira nicht unbedingt das klassische Strandziel ist, gibt es auf der Insel einige richtig schöne Spots am Meer – perfekt für eine kleine Pause zwischen all den Abenteuern.
Wir selbst haben gar nicht so viel Zeit am Strand verbracht, weil die natürlichen Pools einfach zu verlockend waren. Trotzdem gibt es ein paar Strände, die definitiv einen Besuch wert sind.
Einen, den du auf keinen Fall auslassen solltest, ist der Praia da Ponta do Sol. Weniger der Strand selbst, sondern das Gesamtbild macht diesen Ort so besonders. Direkt am Wasser liegt ein charmantes, buntes Dorf mit kleinen Gassen, Läden sowie gemütlichen Restaurants und Strandbars. Von den Felsen aus hast du einen wunderschönen Blick auf das Panorama aus Strand und Ort.
Außerdem ist der Praia de Caniçal einen Besuch wert. Er ist eher ruhig, teilweise fast menschenleer und liegt im Osten der Insel. Perfekt, um einfach mal zu entspannen.
Einer der bekanntesten Strände in der Nähe von Funchal, gut erreichbar und ideal für einen spontanen Stopp, ist der Praia Formosa. Wenn du es lieber etwas wilder mit schöner Naturkulisse magst, dann ist außerdem der Calhau de São Jorge etwas für dich. Und am Praia do Seixal findest du einen der wenigen Sandstrände der Insel (mit dunklem Sand) und beeindruckender Bergkulisse im Hintergrund.
Die Strände auf Madeira sind oft von Felsen oder Kies geprägt und weniger klassische Sandstrände. Genau das macht aber auch ihren besonderen Charme aus – sie fügen sich perfekt in die wilde, natürliche Landschaft der Insel ein.

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Unter Wasserfällen her laufen
Madeira hat unzählige Wasserfälle – von bekannten Instagram-Spots bis hin zu kleinen, versteckten Orten, die du fast für dich allein hast.
Der Cascata dos Anjos ist der wohl bekannteste Wasserfall der Insel. Er ist vor allem deshalb so berühmt, weil er direkt über eine Straße verläuft. Früher konntest du tatsächlich mit dem Auto hindurchfahren – mittlerweile ist die Straße (zumindest zeitweise) gesperrt, unter anderem wegen des großen Besucherandrangs. Heute erreichst du den Spot zu Fuß und kannst unter dem Wasserfall das bekannte Foto machen.
Während wir mit dem Auto über die Insel gefahren sind, haben wir auch einmal spontan an einem Wasserfall gehalten – und zwar am Ribeiro Frio. Hier gibt es einen Aussichtspunkt entlang der Straße, von wo aus du den Wasserfall bewundern kannst. Für Wanderlustige führt aber auch ein Wanderweg näher heran.
Die 25 Fontes Wasserfall-Wanderung habe ich ja schon erwähnt. Aber ich kann dir einfach nur ans Herz legen, bis zur Lagoa do Vento weiterzugehen. Dort ist es total angenehm und einfach richtig schön.
Ein eher kleiner, aber besonders ruhiger Wasserfall ist die Cascata da Água d'Alto. Nach einem kurzen Spaziergang erreichst du ihn und triffst meist kaum andere Leute. So kannst du einfach mal kurz innehalten und die Natur genießen.

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Madeiras Hauptstadt: Funchal
Ein Besuch in Funchal gehört auf Madeira definitiv dazu. Insgesamt ist Funchal der ideale Mix aus entspanntem Stadtbummel, kleinen Highlights und kulinarischen Stopps.
Schon ein einfacher Spaziergang durch die Stadt lohnt sich: vom Parque de Santa Catarina mit Blick auf den Hafen über die Promenade bis hin zu kleinen Gassen und Plätzen. Auch die Statue von Cristiano Ronaldo darf natürlich nicht fehlen.
Hoch über der Stadt thront zudem der Monte Palace Tropical Garden – ein wunderschöner botanischer Garten. Um diesen zu erreichen, kannst du entspannt mit der berühmten Seilbahn (Teleférico) nach Monte hinauffahren und nach deinem Besuch mit den Carros de Cesto do Monte wieder den Berg hinunterdüsen. Ein einmaliges Erlebnis!
Die Korbschlitten („Carros de Cesto“) haben eine lange Tradition: Früher dienten sie als schnelles Transportmittel, um von Monte hinunter nach Funchal zu gelangen – lange bevor es Autos gab. Heute sind sie vor allem eine touristische Attraktion, aber immer noch ein echtes Stück madeirensischer Geschichte.
Eine etwas ungewöhnliche Sehenswürdigkeit etwas außerhalb von Funchal ist der Flughafen Madeira Cristiano Ronaldo. Er gehört zu den spektakulärsten Flughäfen Europas. Die Landebahn wurde teilweise auf Stelzen ins Meer gebaut, was beeindruckend wirkt. Umgeben von Bergen und Atlantik ist sowohl die Landung als auch der Start ein echtes Erlebnis – selbst für alle, die sonst entspannt fliegen.
Neben all den Sehenswürdigkeiten sind es aber vor allem die vielen Cafés, die Funchal besonders machen. Während gute Restaurants auf der ganzen Insel verteilt sind, findest du hier die größte Auswahl an stylischen, modernen Cafés. Perfekt für eine kleine Pause zwischendurch!

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Casas Típicas de Santana
Die Casas Típicas de Santana gehören zu den bekanntesten Fotomotiven der Insel und sind definitiv einen kurzen Stopp wert. Die kleinen, dreieckigen Häuser mit ihren strohgedeckten Dächern und bunten Fassaden sehen nicht nur besonders aus, sondern haben auch eine lange Tradition.
Ursprünglich wurden sie von Bauern als einfache Wohnhäuser und Lagerräume genutzt. Durch ihre spezielle Bauweise (die spitzen Dächer reichen fast bis zum Boden) sind sie besonders gut gegen Wind und Wetter geschützt, was in den bergigen und oft feuchten Regionen Madeiras ein großer Vorteil war.
In Santana selbst gibt es einen kleinen, angelegten Bereich, in dem mehrere dieser Häuser stehen. Dieser Spot ist zwar recht touristisch, aber trotzdem schön gemacht – unter anderem mit einem liebevoll gestalteten Blumenladen und vielen Fotomotiven. Perfekt also für einen kurzen Besuch und ein paar Bilder.
Viel Zeit musst du hier allerdings nicht einplanen. Es eignet sich eher als kurzer Zwischenstopp auf dem Weg zu anderen Zielen. Unterwegs solltest du auch unbedingt die Augen offen halten! Mit etwas Aufmerksamkeit entdeckst du entlang der Straßen immer wieder einzelne dieser traditionellen Häuser, die nicht extra für Touristen inszeniert sind. Sie wirken oft noch ein Stück authentischer und geben einen schöneren Einblick in die ursprüngliche Bauweise.
Also: ruhig anhalten, Augen offen halten und einfach mitnehmen, was am Wegesrand auftaucht...